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Schiffe der Kolonialzeit

von Heiko Mettelsiefen am 29.09.2011, 13:11 Uhr

Die Kolonialzeit stellte neue Anforderungen an die Schiffe. Die bisherigen waren nicht geeignet, große Entfernungen zu überwinden.

Mit Beginn der Kolonialzeit mussten die Schiffe daran angepasst werden, lange Strecken auf den Ozeanen zurückzulegen. Die vorher sehr verbreitete Galeere, die als Schiff des Mittelmeers galt, war nicht geeignet für diese Reisen, da sie aufgrund ihrer kleinen und wenig verstärkten Bauweise der rauen See nicht standhielt. Auch das schlanke und schnelle Wikingerschiff, das eigentlich robust genug gewesen wäre, wurde weniger verwendet.

Die Kogge

Kogge Quelle: flickr.com / uli harder

Es wurde ein anderer Typ gewählt, die Kogge. Dieses von norditalienischen Piraten übernommene Schiff wurde zu einem großen und mächtigen Rundschiff weiterentwickelt und löste die Galeere ab. Die Kogge diente vor allem der Hanse, die sie als Handelsschiff einsetzte. Als Absicherung gegen Piraten konnte sie allerdings auch mit Kanonen ausgestattet werden.

Die Kogge ist ein Einmaster mit einem Ausguck, der auch Krähennest genannt wurde. Typisch sind die sogenannten Sinteln, die beim Zusammenfügen zweier Holzplanken, dem Kalfatern, von innen als nahtloser Verschluss verwendet wurden.

Sinteln als Kalfaterklammern wurden schon 900 n. Chr. verwendet, erste Koggen finden sich aus dieser Zeit ebenfalls.

Die Bremer Kogge

Die Bremer Kogge wurde nach ihrem Fund 1962 auf das Jahr 1380 datiert. Zur Zeit kann die Bremer Kogge im Deutschem Schifffahrsmuseum in Bremerhaven betrachtet werden. Drei Nachbauten aus der Neuzeit sind aktuell vorhanden.

Länge: 23,23 m
Breite: 7,62 m
Höhe des Decks: 3,14 m Über dem Wasser
Stammsegelfläche: 200 m2
Tiefgang: 2,25 m mit Ladung

Da die Originaldaten nicht erfasst werden können, sind hier die Daten des ersten Nachbaus, der Ubena von Bremen verwendet worden.

Die Karavelle

Karavelle Quelle: wikipedia.org / Bear21

Die Karavelle ist ein Handelsschiff, das wegen seiner Schnelligkeit Verwendung in der Kolonialzeit fand. Ihre guten Windeigenschaften und ihre Flexibilität bezüglich der Masthöhe zeichneten die Karavelle als universelles Schiff aus, das eine große Rolle bei der Entdeckung Amerikas spielt.

Es gilt historisch als schwierig, einen Grundtyp und damit typische Charakteristika auszumachen. Häufig waren Karavellen jedoch Zweimaster mit Achterkastellen.

Niña

Die Niña war eines der drei Schiffe, mit der Columbus das neue Land entdeckte.

Länge: ca. 20 m
Breite: ca. 7 m
Tiefgang: ca. 2 m

Kriegsschiffe

In der Hansezeit wurden zur Kriegsführung häufig Koggen und Kraweele (Weiterentwicklung der Kogge) verwendet, die einfach nur mit Kanonen ausgestattet wurden. Ihr Aufbau unterschied sich deshalb auch kaum von den Handelsschiffen.

Im 15. und 16. Jahrhundert gewannen jedoch Schusswaffen an Bedeutung, sodass auch die Schiffe angepasst werden mussten. Aus der Galeere wurde die stärkere Galeasse und die Karawellen wurden zu Karacken weiterentwickelt.