Dampfschiffe üben eine große Faszination auf die Menschen aus. Durch ihre Ineffizienz sind sie heute aber nicht mehr im Einsatz.
Ein zeitlicher Überblick
Quelle: wikipedia.org / Musee de la Marine du Palais de Chaillot de Paris
Die Anfänge der motorisierten Schifffahrt liegen um das Jahr 1783. Zu dieser Zeit wurde vom Franzosen Claude François Jouffroy d'Abbans das erste funktionsfähige Dampfschiff gefertigt. Dieses lief allerdings noch mit Schaufelrädern, die seitlich am Schiff befestigt waren. Erst ab 1836 setzten sich sich Schiffe mit dem von Josef Ressel erfundenen Schiffspropeller durch. Der Übergang vom Segel- zum Dampfschiff in der zivilen Schifffahrt dauerte jedoch bis in die Neunzigerjahre des 19. Jahrhunderts.
Zu dieser Zeit war der Aufwand ein Dampfschiff zu betreiben enorm. Für den 46.000 PS starken Schnelldampfer Kronprinzessin Cecilie zum Beispiel wurden täglich 760 Tonnen Steinkohle verfeuert, die von 118 Leuten in die Kessel geschafft werden mussten. Diese Arbeit war, wie man sich vorstellen kann, körperlich extrem anstregend.
Auch wegen der hohen Personalkosten war man gezwungen, Kosten einzusparen. Häufig wurde dies durch eine Umstellung auf Ölbefeuerung erreicht.
Technik
Die in den Schiffen verwendete Anlage bestand aus drei verschiedenen Elementen:
- Der Kessel diente zum Erhitzen von Wasser, was mit festen Bestandteilen wie Holz oder Kohle oder flüssigen wie Öl bewerkstelligt wurde. Das erhitzte Wasser wurde zu Dampf und trieb die Dampmaschine an.
- Die Dampfmaschine wandelte den durch den Dampf entstandenen Luftdruck mit Hilfe von Kolben in Zylindern in mechanische Arbeit um. Hierzu wurde der Dampf immmer in den Zylinder gelassen, dessen Kolben sich gerade ganz oben oder ganz unten befand. In einigen Schiffen wurden statt Dampfmaschinen Dampfturbinen eingesetzt, diese besaßen keine Kolben sondern rotierbare Wellen, die durch den durchströmenden Wasserdampf angetrieben wurden.
- Nach dem Durchlaufen durch die Dampfmaschine oder die Dampfturbine wurde das Wasser im Kondensator zu Speisewasser kondensiert und entölt, sodass es erneut im Dampfkessel erhitzt werden konnte.
Bedeutende Dampfschiffe:
Kronprinzessin Cecilie
Die Kronprinzessin Ceciliewar ein vom Norddeutschen Lloyd gefertigtes Passagierschiff, das vor allem für den Transatlantikverkehr im Einsatz war.
| Länge: | 208,89 m |
| Breite: | 22 m |
| Tiefgang: | max. 9,5 m |
| Vermessung: | 19503 BRZ |
| Besatzung: | 602-686 |
| Geschwindigkeit: | max. 23,6 kn (44 km/h) |
Kaiser Wilhelm der Große
Dieses Schiff ist ebenfalls vom Norddeutschen-Lloyd geferigt worden und wurde für die Stecke Bremen - New-York eingesetzt.
| Länge: | 198 m |
| Breite: | 20 m |
| Tiefgang: | max. 8,3 m |
| Vermessung: | 14.349 BRZ |
| Besatzung: | 488 |
| Geschwindigkeit: | max. 22,35 kn (41 km/h) |
Queen Elizabeth 2
Die Queen Elizabeth 2 war das letzte fertiggestellte Passagierdampfschiff. Sie war jahrelang das Flagschiff der britischen Cunard-Reederei, bis sie von der Queen Mary 2 abgelößt wurde.
| Länge: | 293,5 m |
| Breite: | 32,03 m |
| Tiefgang: | max. 9,87 m |
| Vermessung: | 70.327 BRZ |
| Besatzung: | 1015 |
| Geschwindigkeit: | max. 32,5kn (60km/h) |
Erhaltene Dampfschiffe
Quelle: flickr.com / Trondheim Havn
Mit der 1968 fertiggestellten Queen Elizabeth 2 lief das letzte Passagierdampfschiff vom Stapel. Aufgrund der hohen Ölpreise rechnet sich der Einsatz solcher Schiffe nicht mehr. Viele wurde auf Diesel umgestellt oder verschrottet.
Heute sind nur noch sehr wenige Dampfschiffe im Betrieb, so zum Beispiel der Eisbrecher Stettin, der durch Fördergelder als Kulturdenkmal erhalten bleibt.




