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Segelbootführerscheine und Segelkurse

von Heiko Mettelsiefen am 25.10.2011, 08:40 Uhr

Angehende Segler müssen sich natürlich mit den verschiedenen Segelführerscheinklassen auseinandersetzen. Dabei gibt es einiges zu beachten.

Es gibt viele verschiedene Scheine, je nachdem welche man als „richtige“ Scheine dazuzählt, denn viele sind freiwillig und/oder nur sehr selten vonnöten.

Ein kleiner Überblick: Es geht vom Segelbootführerschein für Binnengewässer bis zum Sporthochseeschifferschein. Dann gibt es drei verschiedene Zertifikate zur Benutzung von Funkanlagen sowie einen Pyrotechnischen Schein. Letzterer ermächtigt sie dazu, neben Handfackeln o.ä. auch Signalpistolen als Notsignal einzusetzen.

Die Lizenzen unterscheiden sich zum Beispiel in der Länge des Bootes das sie führen, oder wie weit sie sich von Küsten entfernen dürfen. Es kann also sein, dass nur einer oder wenige der Scheine wichtig sind um ihre Bedürfnisse beim Segeln abzudecken. Jedoch sollten sie die Versicherungslage dabei nicht aus den Augen lassen: Ein Schein der kein Pflichtschein ist, kann aber bei einem etwaigen Unfall von großem Nutzen sein. Kaskoversicherungen weisen beim Schadensfall sonst oft auf unzureichende Kenntnisse hin und drücken vielleicht den Versicherungsbeitrag.

Aus eben diesem Grund sollte man auch aufpassen bei Charterangeboten die ohne Führerschein laufen. Klären sie mit dem Anbieter immer die Versicherungsfrage!

Kurse im Überblick:

(Tipp: Schon bevor sie die Kurse antreten sollten sie einen Rot-Grün-Sehschwäche Test machen. Mit manchen Arten der Sehstörung werden sie nicht zur Prüfung zugelassen.

SBF Binnen (Sportbootführerschein Binnen)

Diesen Schein gibt es in zwei verschiedenen Versionen:

  • Motor: Mit diesem Schein dürfen sie Motorboote mit mehr als 5 PS in Binnengewässern fahren, diese dürfen aber nicht die Länge von 15 Metern überschreiten. Man muss mindestens 16 Jahre alt sein um die Prüfung abzuschließen.

  • Segel: Der Schein erlaubt ihnen auf Schifffahrtsstraßen und Binnengewässern zu segeln. Man muss mindestens 14 Jahre alt sein um diesen Schein zu erlangen.

SBF See (Sportbootführerschein See)

Dieser Schein berechtigt sie, sich innerhalb von Seerevieren in der 3sm-Zone aufzuhalten. Der Schein ist nur für Motorboote und Boote mit über 5 PS Pflicht. Die PS-Grenze wird wiederum von den meisten Segelyachten überschritten, weshalb er im Grunde genommen nicht nur für Motorboote Pflicht ist. Sie müssen mindestens 16 Jahre alt sein und sollten sich auch hier mit der Eignungsbestimmung bei Rot-Grün-Schwäche auseinandersetzen.

Die beiden SBF’s unterscheiden sich nicht grundlegend, deswegen bietet es sich an beide Prüfungen in Kombination abzulegen. Lediglich mit ein paar Stolpersteinchen wie zum Beispiel verschiedenen Bedeutungen von Flaggen in Binnen/See-Gewässern muss man sich herumschlagen. . Man sollte also etwas Zeit zwischen die beiden Prüfungen legen, damit man sich nicht unnötig verwirrt.

Die beiden SBF’s gelten als Grundscheine, alles was danach kommt ist für Fortgeschrittene und freiwillig.

SKS (Sportküstenschifferschein)

In den meisten anderen Ländern wird dieser Schein zum Chartern benötigt, andernfalls winkt die Versicherung ab. Das liegt daran, dass man beim SBF hauptsächlich die „Verkehrsregeln“ gelernt hat sowie den Aufbau des Schiffs. Beim SKS lernt man sich einer möglichen Notsituation entsprechend zu verhalten – Der Schein ist also freiwillig, kann aber Leben retten. Sie dürfen als Besitzer dieses Scheins im 12sm-Bereich von Küstengewässern fahren.

SSS (Sportseeschifferschein)

Dies ist ein ebenfalls freiwilliger Schein der sie dazu ermächtigt in den Küstenbereichen aller Meere (30sm) zu fahren. Für Ausbildungs/Traditions-Schiffe ist der Schein immer vorgesehen.

SHS (Sporthochseeschifferschein) Der freiwillige Sporthochseeschifferschein ist das höchste Zertifikat im Sportbootbereich. Er wird für Yachtfahrten mit Segel sowie Motor benötigt wenn sie alle Weltmeere komplett befahren wollen.

 

Die Funkscheine

Auf hoher See müssen sie Sprach-Regelungen beachten damit der Funkverkehr nicht unnötig gestört wird. Lernen können sie sie im Kurs für die jeweilige Art oder Verwendung des Geräts.

SRC (Short Range Certificate)

Wird benötigt wenn ein GMDSS – Funk eingebaut ist, was bei größeren Motoryachten meist der Fall ist. Das bedeutet auch beim Chartern von solchen Yachten ist es vonnöten. Das gilt nur für den Seebereich.

LRC (Long Range Certificate)

Wird benötigt zum Benutzen von Funkanlagen jeder Art im Seebereich.

UBI (UKW-Sprechfunkzeugnis)

Der Schein wird für Boote mit Sprechfunk benötigt die nur in Binnenschifffahrtsstrassen fahren.

Der pyrotechnische Schein

Normalerweise dürfen sie auf ihrem Schiff nur Handfackeln und Rauchtöpfe mitführen um Notsignale abzusetzen. Die weitaus wirkungsvolleren Signalpistolen oder Raketen fallen unter das Waffen- und Sprengstoffgesetz. Für diese Hilfsmittel benötigen sie deswegen den Pyrotechnischen Schein.

Segelkurs für Kinder

Hier wird sozusagen der Grundbaustein für die spätere Segelvollausbildung von 7-14 Jährigen gelegt. Mit kleinen Segelbooten oder Jollen wird spielerisch praktisches sowie theoretisches Wissen vermittelt. Es gibt einen Jüngstensegelschein den man durch die Jugenkurse erlangen kann, dieser ist Vorraussetzung für kleine Regatten für diese Altersgruppe.

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